Künstler*­innen

Programm

al(l)one

Szenische Performance über die Kraft, Freiheit, und das Recht selbst Entscheidungen zu treffen.

„Wir rennen die ganze Zeit wie blöd um ans Ziel zu kommen, aber je mehr du rennst desto weiter schiebt die Regierung die Ziellinie raus also rennst du weiter ohne je anzukommen.“

„Wir rennen die ganze Zeit wie blöd um ans Ziel zu kommen, aber je mehr du rennst desto weiter schiebt die Regierung die Ziellinie raus also rennst du weiter ohne je anzukommen.“
Die missliche Lage der Menschen im Iran hat viele Gründe, innenpolitische und außenpolitische. Demokratie, Freiheit und Sicherheit scheinen unerreichbare Ziele zu sein. Die alltäglichen Bestrebungen nach einem normalen Leben werden zusätzlich durch Repressalien und Demütigungen erschwert und Proteste bergen die Gefahr von Gefängnis oder sogar Folter. Noch nie gab es so viele Proteste und Streiks in dem Land wie im letzten halben Jahr.

Eine der vielen Konfliktlinien ist der zwischen dem religiösen Regime und den Frauen. An ihnen scheint dieses ein Exempel statuieren zu wollen. Doch die Frauen lassen sich das nicht bieten. Erst vor kurzem veröffentlichte eins 17-jähriges Mädchen ein Tanzvideo auf Instagram, mit welchem sie die Moralvorstellungen der Führung provozierte. Das Regime lässt sich durch ein Tanzvideo zwar nicht stürzen, doch zeigt es zumindest, dass die Frauen keine Angst haben vor einem Frauen verachtenden Regime. Demgegenüber wird mit aller Härte durchgegriffen.

Die Gefühlswelt der Frauen stellt den Gegenstand der Auseinandersetzung in dieser Performance dar. Gezeigt wird dies anhand einer Frau, die durch ihren öffentlichen Protest verhaftet und inhaftiert wird. Sie erleidet Erniedrigungen und Folter. Eingesperrt in einem Käfig versucht sie, durch die Kraft ihrer Gedanken einen Ausweg zu finden, indem sie sich den Alltag mit ihren Kindern vorstellt und ihn durchlebt. Während Andere in der Isolationshaft zum Selbstmord genötigt werden, schafft sie es durch den imaginären Gedankenraum die Zeit im Gefängnis zu überstehen. Ihr Schicksal steht beispielhaft für die Kraft der Frau, die sich tagtäglich in der Familie, Öffentlichkeit und Beruf behaupten muss. Die Performance zeigt das Leiden einer Frau, die im Gefängnis Folter und Misshandlung erleiden musste. Eingesperrt in einem Käfig versucht sie durch die Kraft ihrer Gedanken einen Ausweg zu finden.
Ihr gegenüber steht ein Mann, dessen Handlungsmöglichkeiten durch die strenge islamische Erziehung und Sozialisation stark eingeschränkt sind. Die Vielschichtigkeit der Gefühle beider Charaktere wird durch drei im Raum verteilte Santure (Instrument) widergespiegelt. Sie fungieren als lyrisches Element, welche durch drei Tonarten unterschiedliche Stimmungen produziert.

Die Texte, die als Grundlage für die Performance dienen sollen, gewinnen wir durch Interviews. Ausschnitte aus diesen Interviews werden außerdem in Form von Videos in die Performance integriert.