Künstler­*innen

Programm

Nicht in bester VERFASSUNG

Idee Maximilian Wigger
Regie  Maximilian Wigger
Drehbuch Peter Borgmann, Maximilian Wigger
Director of Photography Johannes Hölker
Ton Katharina Siemerling
Tech. Assistenz Lynn Bürger, Max Inderwisch
Maske Anna Lienemann
Produzent Philipp Schonhoff
Musik Fabian Grönefeld, Erol Saracoglu

CAST

Sarah Giese, Christoph Tiemann, Fenna Benetz,
Noah Heupel, Pierre Otto, Marlena Keil, Finn
Froböse, Abdolazim Salmasi Tehrani, Judith
Suermann, Benjamin Ghiravi, Gerrit Brocks

STATISTERIE

Anna, Alexa, Carla, Michael

PRODUKTIONSASSISTENZ

Carla Warren, Alina Inserra, Zauri Matikashvili, Michael Szczelina

Die Arbeit, die man auch als Hommage sehen kann, handelt von ‚Karl Arnold‘, angelehnt an den christlichen Sozialisten gleichen Namens und wahren ‚Landesvater‘ Nordrhein-Westfalens, und einer der Mütter und Väter seiner Verfassung. Er ist umgeben von einer Gruppe anderer Figuren, die für verschiedene gesellschaftliche und politische Strömungen (damals und heute) stehen, die aber auch in sich widersprüchliche Meinungen verkörpern. Die Arbeit beginnt mit einer Rückschau der gesamten Gruppe auf die Zeit von Krieg und Diktatur. Vor den Trümmern der Vergangenheit versammelt erwacht der Wille, den Auftrag aus der ‚Not der Zeit‘ heraus anzunehmen und eine neue Ordnung zu entwickeln. In abgewandelter Form taucht dieses Thema am Ende des Filmes wieder auf. In verschiedenen ‚Artikeln‘, beispielsweise entsprechend den Artikeln einer Verfassung, entwickelt sich eine Geschichte, die die Frage nach dem Verhältnis von Politik und Bevölkerung stellt und beleuchtet, ohne eindeutige Antworten vorzugeben. Dabei wird der Text der Verfassung Nordrhein-Westfalens zu einer Quelle (unter vielen), der die Auseinandersetzungen und Dialoge der Figuren speist. Der Prozess der politischen Meinungsbildung wird verfremdet, teilweise durch Bild- und Toncollagen, aber dadurch das Problem des Verhältnisses von Außen- und Innenwelt nur weiter zugespitzt, problematisiert, konkretisiert und – auf der Ebene des Filmes und der Figuren darin – auch personalisiert. Dadurch wird deutlich, wie wichtig die Demokratie für das Gelingen von Zusammenleben in einer vielfältigen, lebendigen, modernen, von verschiedenen Strömungen getragenen – und herausgeforderten – Gesellschaft ist, und welche Gefahren, auch aktuell, dem Zusammenleben drohen. Die Arbeit macht die Sisyphosaufgabe erlebbar, der sich jede Zeit, jede Gesellschaft, jede Staatsform – kurz: die Politik – immer neu stellen muss: Die Fragen zu beantworten, in welcher Verfassung wir alle sind, und welche Verfassung wir gemeinsam wirklich nötig haben. Konsequenterweise hat der Film daher kein Ende, sondern das Ende geht wieder in den Anfang über
– Peter Borgmann