Programm

TISCHmanieren

Tischgemeinschaften entstehen zufällig -wie etwa in der Kantine, schicksalshaft -wie etwa in Familien, sie können hochoffiziell sein -wie ein Geschäftsessen, ein Bankett, oder völlig zwanglos sein -wie es vielleicht ein Stammtisch ist. Die Tischgemeinschaft ist eine von dem Gegenstand ‚Tisch‘ gestiftete Gemeinschaft. Ihr liegt das elementare Prinzip zu Grunde, dass der Mensch nun einmal essen muss. Das ist aber bei weitem nicht alles, was an einem Tisch geschieht. Hier werden ebenso Fragen exerziert, deren Antworten das Leben des einzelnen Menschen bestimmen: Was gibt es zu essen? Wer bezahlt das Essen und wer am Tisch darf laut lachen oder gerade noch seine Füße darunter stellen?
Der Mensch ist ein soziales Tier und so ist es völlig normal, dass er seine ganze Energie auf die Klärung sozialer Fragen aufwendet. Demokratie gibt dabei die Rahmenbedingungen vor und ist in der Ausgestaltung ihrer Prinzipien gleichzeitig selbst Verhandlungsmasse. So ist es, Verfassung sei Dank, an dem Tisch, den wir Deutschland nennen, schon seit ein paar Jahrzehnten. Doch letzte Zeit scheint es eine Irritation darüber zu geben, wer daran, in welchem Umfang, teilnehmen darf. Wer zuerst kommt, mampft zuerst ?

Informationen

placebotheater.de