Programm

Frauen. Brand. Rede. Nein. Schrei!

Brandreden reflektieren gesellschaftliche Missstände, Ereignisse und Handlungen auf retrospektive, aber vor allem auf prospektive Weise. Politische Reden sind das wichtigste Produktionsmittel des öffentlichen Bewusstseins (Walter Hinderer) und das größte Machtmittel unter Gleichgestellten (Nietzsche). In Ihnen wird historischer Sinn rekonstruiert, aktuelle Ereignishaftigkeit gekennzeichnet und zukünftiger Handlungsraum entworfen. Im Gegensatz zu autoritären Systemen, in denen die Rede nur ein sprachlicher Legitimationsapparat für die Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender ist, sind Brandreden in unserer Demokratie eine friedliche Alternative zu repressiven oder aggressiven Mitteln gesellschaftlicher Steuerung.

Wir legen den Fokus auf die weiblichen Stimmen, die seit der Gründung des Grundgesetzes immer lauter und wirkmächtiger werden und Einfluss auf unsere Sicht der Welt hatten und haben. Angefangen bei Helene Lange, über Rosa Luxemburg, Petra Kelly, Christa Wolf, Ingeborg Bachmann, um nur Einige zu nennen, den großen Bogen schlagend aber auch zu den jungen Heldinnen der Gegenwart, die zur Tat greifen, weil Worte nicht genügen: Malala Yousafzai, Emma González, Carola Rackete, Greta Thunberg, Megan Rapinoe. Diese jungen Heldinnen agieren außerhalb der politischen Strukturen, sie sind Vertreterinnen der Zivilgesellschaft. Sie stoßen die Gesellschaft zu entschiedenem Handeln an. Sie geben uns Hoffnung, sie sind wie der Schweizer Tagesanzeiger schreibt „der größtmögliche Kontrast zur hässlichen Fratze unserer Zeit“. Wir verschaffen diesen wort- und handlungsmächtigen Frauen erneut Gehör und gleichen in unserer Performance ab, was schon erreicht wurde und noch zu erreichen ist. Durch die Ohren, ins Hirn, einmal durch den ganzen Körper, zum Herzen und zurück ins Hirn und dann direkt zur Aktion.

Regie und Textfassung Carola v. Seckendorff
Sound und Musik Anja Kreysing
Spiel Cornelia Kupferschmid, Gabriele Brüning, Pauline v. Seckendorff, Melanie López López, Carola v. Seckendorff, Beate Reker

Die Veranstaltung wird in deutsche Gebärdensprache übersetzt.

Termin

Sonntag, 03. und 10. Okt 21, 12.45 – 13.30 Uhr

Ort

Theater im Pumpenhaus

Tickets03.10. » | 10.10. »

Vergissmeinnicht und Frauen. Brand. Rede. Nein. Schrei! bilden ein Ticket-Paket.

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Werkstatt Demokratie

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